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Die Lederpflege richtet sich nach der Ledersorte und der Lederart.
Bei den Lederarten unterscheidet man zwischen Glatt- und Rauledern.

Ledersorten sind zum Beispiel Kalbsleder, Rindleder,  Hirschleder, Pferdeleder Schlangenleder usw.:
Ein und dieselbe Ledersorte kann aber auf verschiedene Art und Weise gegerbt und zugerichtet werden wie z.B. das Rindleder, das einmal pflanzlich (vegetabil)  gegerbt, ein anderes Mal anilin- oder gemischt gegerbt und verschieden zugerichtet wie als Fettleder usw..

Dann gibt es noch die Leder mit Schuppen wie Krokodil, Aligator, Schlangen, Echsen und Fischleder.

Als Rauleder oder Nubuk bezeichnet man alle angeschliffenen oder aufgerauten Lederarten.
Ist die Oberfläche nur leicht angeschliffen und fühlt sich samtig an, dann spricht man von Nubukleder.
Sind die Fasern etwas länger und gröber, dann von Rauleder, das auch Wildleder genannt wird.

Dann gibt es noch Sonderformen wie das Shell Cordovan, der samt Faszien gegerbte Mittlere Kruppenmuskel des Pferdes, vegetabil gegerbt, geölt und glanzgestoßen mit einer Quarzrolle, was ihm seinen typischen  Glanz verleiht,
und im Gegensatz dazu das Pferdeleder, oft anilin oder gemischt gegerbt und anders zugerichtet.
Beide unterscheiden sich bei ihrer Pflege ganz bedeutend – die Details dazu kann man unter Shell Cordovan bzw. Glattleder nachlesen.

Handschuhe sind aber oft aus einem sehr dünnen Ziegenleder gemacht, wohl ein Glattleder aber viel dünner als Kalbsleder wie es bei Schuhen verarbeitet wird.

Daher verlangen Handschuhe eine ganz andere Pflege als Schuhleder – nicht zuletzt deshalb, dass Schuhe glänzen sollen und dafür eine dünne Wachsschicht auf dem Leder benötigen während das bei Handschuhen absolut nicht gewünscht ist, auch damit sich das Wachs nicht an der Kleidung abreibt.

Matte Leder – ein typischer Vertreter ist das Straußenleder dürfen ebenfalls nicht glänzen und zu einer Handtasche verarbeitet auch nicht auf der Kleidung abfärben.

Man könnte diese Betrachtung von Ledersorten, Gerbverfahren, Zurichtungen und Lederfärbungen noch sehr stark erweitern – dies würde jedoch mehr irritieren denn dem Leser nützen.

Da es so viele Ledersorten und Lederarten gibt, müsste es ebenso viele Pflegemittel dafür geben, und diese in ganz vielen Farben.
Dies ist jedoch schlicht und einfach praktisch nicht umsetzbar.
Daher hat man die Ledersorten zu Pflegegruppen zusammen gefasst,
um das Pflegesortiment überschaubar zu halten.
Es ist auch dann noch schwer genug sich bei der Schuh- und Lederpflege
zurecht zu finden – wer erkennt schon auf Anhieb den Unterschied zwischen
einer farblosen Schuhcreme und einer farblosen Ledercreme oder einer farblosen Pflegelotion?
Alle drei sind im Tiegel weiß.

Stark vereinfacht zusammengefasst gibt es
a) Glanz erwünscht:
Glattleder inkl. Scotchgrain 
Fettleder – stark geölte glatte Leder
Shell Cordovan

b) kein Glanz = kein Abrieb gewünscht:
Schuppenleder wie Croco, Python usw.
feine, dünne Leder

c) Rauleder + Nubuk

 

Grundsatz Nr. 1 
Die Lederpflege erfolgt vorbeugend!

Alle Sachen, die aus Leder hergestellt sind, werden vor ihrem ersten Gebrauch gepflegt.
Dies gilt sowohl für Lederschuhe als auch für Ledertaschen, Geldbörsen und Gürtel.

Neue Lederwaren – ganz gleich ob Schuhe oder Taschen werden aus relativ trockenem Leder angefertigt – das können Sie mir ganz ruhig so glauben.
Der Grund liegt ganz einfach darin, dass Leder mit einer höheren Feuchtigkeit und damit höherer Elastizität sich nur recht schwer für z.B. Börsen passgenau zuschneiden ließe oder bei Schuhen einen erheblichen Mehraufwand beim Zwicken und Nachzwicken (Befestigung des Lederschaftes am Leisten mittels Nägeln) bedeuten würde.
Neue Lederartikel saugen jede Flüssigkeit begierlich auf mit der sie in Kontakt kommen – bei Schuhen wäre dies das Regenwasser, bei Taschen der Handschweiß inklusive dem Handfett.
Regenwasser verdunstet auf und aus dem Schuhoberleder recht schnell, verleiht dem Leder auch keine dauerhafte Elastizität
Handschweiß und Handfett machen das Leder wie den Griff der Aktentasche oder die Bügel der Handtasche sehr schnell unansehnlich, da dunkler als den Rest.

Alle Schuppenleder wie Echse, Schlange und Kroko pflegt man am besten mit der Crocodile Cream oder mit der demnächst erscheinenden Pflegelotion
Lizard & Crocodile.
Alle anderen Lederartikel von der Geldbörse bis zur Aktentasche mit der
Delicate Cream – einer farblosen und wachsfreien Pflegecreme.

Sollten die Ledersachen eine Farbauffrischung benötigen, dann benutzen Sie dafür eine Schuhcreme oder die stärker nachfärbende Collections, die Patinacreme,
und reiben abschließend die Artikel mit der Delicate Cream ein, um die Wachsschicht wieder abzunehmen, um einen Abrieb auf der Kleidung zu vermeiden.

Wenn Sie diese beiden Ratschläge befolgen, dann werden Sie lange Freude an Ihren Ledersachen haben.